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Geistliches Wort

Geistliches Wort

Patrick Smith

Patrick Smith

„Anfänge sind meistens schwer. Enden sind traurig. Auf die Mitte, auf die kommt es an.“ Worte aus dem Film „Eine zweite Chance“.

Worte aus dem Film „Eine zweite Chance“. Es ist einer meiner Lieblingsfilme. Darin spielt Sandra Bullock eine ehemalige Dorfschönheit aus einem kleinen Örtchen in Texas. Sie war dort sehr beliebt. Schön, charismatisch und fröhlich. Es war eine goldene Zeit für sie. In der Schule lernte sie ihren späteren Mann kennen, der ein erfolgreicher Sportler war. Und dann zogen sie in die große Stadt. Der Film beginnt erst später. Er beginnt damit, dass ihre beste Freundin ihr in einer Talkshow gesteht, dass sie seit Jahren eine Affäre mit ihrem Mann hat. Die Welt von Birdy Pritchett (Sandra Bullock) bricht zusammen und sie muss zurück in den kleinen Ort in Texas. Die Schönheit ihrer Jugend nutzt ihr dort nicht mehr viel und mit einem gebrochenen Herzen sind Charisma und Fröhlichkeit auch erstmal dahin. Aber die Hoffnung treibt nach oben. Wie ein Ballon im Wasser, findet sie ihren Weg aus dem Dunkel herauf.

Wenn die Zeiten kalt und dunkel sind in unserem Leben, dann wenden sich viele Menschen ab. Sie gucken weg, sie sind sehr beschäftigt und haben leider gerade keine Zeit mehr. Jeder hat gerne die Menschen um sich, die charismatisch und fröhlich sind. Die Menschen, die einen Raum zum leuchten bringen. Die, die das Leben leicht erscheinen lassen. Wie kleine Monde, die gerne um die Sonne kreisen und sich wärmen. Aber niemand kann immer nur leuchten.

In der Geschichte von Birdy Pritchett gibt es einen jungen Mann, der schon immer für sie schwärmte. Einen, der auch später, an den Tagen, wo sie vor Tränen das Bett nicht mehr verlassen möchte, die strahlende Fröhlichkeit von einst sehen kann. Durch die müden Augen, hinter dem fahlen Gesicht, sieht er wie sie wirklich ist. Und dass auch dieser Sturm vorüber gehen wird. Dann wenn die Hoffnung nach oben getrieben ist und die Oberfläche erreicht hat.

Es ist einer meiner Lieblingsfilme, weil er mich daran erinnert, dass Gott sich an uns erinnert. Auch wenn wir uns vergessen. Auch wenn wir den Stürmen der Welt um uns herum einen Moment glauben und denken es wäre alles düster und kalt. Gott weiß, wer wir sind. Er sieht hinter die müden Augen, hinter die Masken aus Traurigkeit und Enttäuschung. Und er sieht, wer wir wirklich sind. All die einzigartige Schönheit, die tief im Innern ruht. Die Hoffnung, die nur darauf wartet nach oben zu treiben.

In der dunklen Jahreszeit tut es gut, sich daran zu erinnern. Der Sturm mag toben und die Sonne sich rar machen. Aber die Hoffnung ist längst auf dem Weg. Sie steigt auf aus der Tiefe unserer Seele. Unaufhaltsam wie der nächste Sonnenaufgang.


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