Menu
Menü
X

„Helfer in der Not und noch viel mehr“

Evangelisches Dekanat Rodgau und seine Kirchengemeinden verabschieden „Springerpfarrer“ Ralf Feilen

Mit viel Dank und Anerkennung verabschiedeten das Evangelische Dekanat Rodgau und Vertreter*innen seiner Kirchengemeinden den scheidenden "Springerpfarrer" und geistlichen Begleiter Ralf Feilen (Mitte). Dekan Carsten Tag (Mitte re.) würdigte die Verdienste von Pfarrer Feilen in einer Ansprache und nahm die formale Entpflichtung vor. Der Nieder-Rodener Pfarrkollege Benjamin Graf (Mitte li.) und der dortige stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Thomas Haag (li.) sprachen Ralf Feilen Segenswünsche zu. Mit Grußworten verabschiedeten sich im Rahmen des anschließenden Empfangs die Hainburger Pfarrerin Kathrin Brozio und Dr. Albert Wagner, der Kirchenvorstandsvorsitzende der Mühlheimer Bonhoeffergemeinde (2. u. 3. v. l.) sowie (v. r.) der stellvertretende Dekanatspräses Dr. Rainer Hollmann, Pfarrerin Sandra Scholz (Ökumene & Gesellschaftliche Verantwortung) und Pfarrerin Sabine Beyer (Notfallseelsorge).

Zusammen mit dem Evangelischen Dekanat Rodgau und der Evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Roden als Gastgeberin verabschiedeten am vergangenen Sonntag Kirchenvorstände weiterer Gemeinden des Kirchenkreises den scheidenden „Springerpfarrer“ Ralf Feilen. Als Vertreter bei Vakanzen sowie mit seinen zahlreichen geistlichen Angeboten hatte Pfarrer Feilen in fast vier Jahren neue Akzente rund um den Rodgau gesetzt.

Seine letzte Predigt im bisherigen Tätigkeitsgebiet widmete der Geistliche im Verlauf des Abschiedsgottesdienstes dem Wirken des Heiligen Geistes und der Grenzen überschreitenden Wirkung des Christentums: Ausgehend vom Predigttext über den Ruf des Apostels Paulus nach Philippi in Makedonien und damit auf den europäischen Kontinent, stellt er den Gottesdienstbesucher*innen Lydia vor, die als erste Christin Europas „Feuer fängt und sich taufen lässt: Endlich ein Glaube, der nicht in Klassen einteilt, der keine Unterschiede zwischen Volkszugehörigkeit, Geschlecht, Geldbeutel oder Beruf macht; endlich ein Gott, von dem sie als Außenseiterin sich ernst genommen, geliebt und wertgeschätzt fühlen darf“; ein Gott, so Feilen, der Grenzen überschreitet und seine Leute zu großen Sprüngen, auch über ihren eigenen Schatten befähige. Der scheidende Pfarrer ermutigte die Zuhörer*innen, wie damals Gemeinde des „neuen Wegs“ zu sein und sich von Gottes Geist in Herz und Sinnen berühren zu lassen: „Er wirkt, und er spricht – auch heute noch, und auch in mir und in Ihnen.“

Dekan Tag: „Verlässlicher Partner und Stabilitätsanker“

Der Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau, Pfarrer Carsten Tag, erinnerte im Rahmen seiner Ansprache zur Entpflichtung aus dem regionalen Pfarrdienst an die Errichtung der Pfarrstelle, die das Dekanat neuen Berechnungsparametern bei der Stellenzuweisung verdankt habe. Er würdigte auch die Angebote, die Ralf Feilen seit seinem Dienstbeginn am 1. Juni 2015 auf den Weg gebracht hatte: Mit seinen Vertretungsdiensten in Urlaubs- und Krankheitszeiten, vor allem aber, wenn eine Kirchengemeinde länger ohne Pfarrerin oder Pfarrer auskommen musste, „waren Sie mit ihrer ruhigen, besonnenen und kompetenten Art ein verlässlicher Partner und Stabilitätsanker“ und damit eine Entlastung für Kirchenvorstände und Pfarrerschaft gleichermaßen. Dabei habe Pfarrer Feilen „auch manch heilsame Entscheidungen vorangebracht“.

Mit seinem inhaltlichen Schwerpunkt „Spirituelle Angebote“ sei es ihm zudem gelungen, seine Kompetenzen als geistlicher Begleiter in das Portfolio des Dekanats einzubringen: Die Steinheimer Bibliologe, Reihen wie „Beten wie Luther“ oder „Filme anders sehen“ sowie die verschiedenen Pilgerangebote in der Region, auf dem Lutherweg oder dem Elisabethpfad hatten sich in den vergangenen Jahren eine stabile Fangemeinde erworben. Mit Segensworten verabschiedeten er, das Nieder-Rodener Pfarrehepaar Benjamin und Kerstin Graf sowie Mitglieder des Kirchenvorstands Pfarrer Feilen auf seinen weiteren Lebens- und Dienstweg.

Der Würdigung durch Dekan Tag schloss sich auch der stellvertretende Rodgauer Dekanatspräses Dr. Rainer Hollmann in seinem Grußwort an: „Sie waren Helfer in der Not – und noch viel mehr.“ Unter Pfarrer Feilens Mitwirkung hätten eigentliche Zeiten des Mangels eine neue Qualität für Kirchenvorstände und Gemeinden bekommen. „Wir werden Sie vermissen und uns immer freuen, wenn Sie mal auf einen Sprung bei uns vorbeischauen.“

Dank für Impulse in Predigten und der Gemeindearbeit

Entsprechend herzlich und auch persönlich vielen die Grüße aus drei evangelischen Kirchengemeinden aus, in denen Pfarrer Feilen neben etlichen anderen Vertretungsdienste übernommen hatte: Für die gastgebende Nieder-Rodener Kirchengemeinde sagte deren stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender Thomas Haag, Feilen habe Kirchenvorstand und Gemeinde „engagiert betreut, begleitet und wichtige Impulse“ von Konfi-Arbeit bis Krippenspiel gegeben. Für den Kirchenvorstand der Mühlheimer Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde dankte dessen Vorsitzender Dr. Albert Wagner für „wertvolle und segensreiche Dienste“ sowie anregende Predigten, „bei denen Sie auch Experimente nicht gescheut haben“. Die Hainburger Pfarrerin Kathrin Brozio übermittelte Grüße ihrer Gemeinde, die „Dich und Deine Predigten heute noch vermisst und die Dich herzlich grüßen lässt“.

Besondere Grüße in Dialogform überbrachten seitens des Dekanatsteams die Pfarrerin für Ökumene und Gesellschaftliche Verantwortung, Sandra Scholz, und ihre Kollegin für Notfallseelsorge, Sabine Beyer: Sie würdigten Pfarrer Ralf Feilen als „loyalen und ehrlich kritischen Kollegen“, thematisch gut und breit aufgestellten Gesprächspartner, der „als Handelsreisender im Netzwerk des Dekanats Mut gemacht, gestärkt und – falls erforderlich – Dinge auch mal gegen den Strich gebürstet“ habe.

Der Weg von Pfarrer Feilen führt den 61-Jährigen wieder zurück in seine Heimat Rheinhessen: Die Fahrtwege von seinem Wohnort Mainz in den Rodgau über die A3 waren letztlich einfach zu lang. „Abgesehen von der Fahrerei wäre ich total gerne bei Ihnen geblieben“, sagte der scheidende Theologe zum Abschied. Nach einer dreimonatigen Studienzeit wird er Mitte Juni mit einem Dienstauftrag im Umfang von je einer halben Pfarrstelle in der Evangelischen Kirchengemeinde Horrweiler-Aspisheim sowie, erneut als Springerpfarrer, in der Propstei Rheinhessen arbeiten.


top